Privatinsolvenz anmelden: Wie ist der Ablauf?

Thema: Schulden, Insolvenz

Aktualisiert am: 01.09.2024

Lesezeit: 5 Minuten     

Das Wichtigste zur Privatinsolvenz

Was ist eine Privatinsolvenz?
Eine Privatinsolvenz ist ein gerichtliches Verfahren, das es überschuldeten Privatpersonen ermöglicht, nach drei Jahren von ihren
Schulden befreit zu werden.

Wie lange dauert das die Privatinsolvenz?
Dank der Reform des Insolvenzrechts dauert das Insolvenzverfahren für Anträge ab dem 1. Oktober 2020 nur noch
drei Jahre.

Wer hilft mir bei der Privatinsolvenz?
Eine Schuldnerberatungsstelle oder ein
Anwalt kann Sie durch den gesamten Prozess begleiten und Ihnen helfen, die notwendigen Schritte korrekt durchzuführen.

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Eine Privatinsolvenz in Deutschland ist ein klar strukturiertes Verfahren, das in mehreren Phasen abläuft. Das Ziel ist es, überschuldeten Privatpersonen einen Weg aus der Schuldenfalle zu ermöglichen und sie nach erfolgreichem Abschluss des Verfahrens von ihren restlichen Schulden zu befreien. In diesem Artikel wird der Ablauf einer Privatinsolvenz in fünf Abschnitten dargestellt und am Ende ein Fazit gezogen.


Außergerichtlicher Einigungsversuch

Der erste Schritt bei einer Privatinsolvenz ist der außergerichtliche Einigungsversuch mit den Gläubigern. Hierbei wird versucht, eine Lösung zu finden, ohne das Insolvenzverfahren zu eröffnen. Mit Hilfe eines Schuldenberaters oder Anwalts wird ein Schuldenbereinigungsplan erstellt, der den Gläubigern Ratenzahlungen und den Verzicht auf einen Teil der Schulden vorschlägt. Damit dieser Plan erfolgreich ist, müssen alle Gläubiger zustimmen. Scheitert dieser Versuch, kann die Privatinsolvenz offiziell angemeldet werden.


Gerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren

Nach dem gescheiterten außergerichtlichen Einigungsversuch beginnt das gerichtliche Schuldenbereinigungsverfahren. Das Gericht prüft, ob eine weitere Einigung mit den Gläubigern möglich ist. Sollte dies ebenfalls fehlschlagen, wird das eigentliche Insolvenzverfahren eröffnet. Hierbei werden unter anderem der Schuldenbereinigungsplan und ein Nachweis über den gescheiterten Einigungsversuch dem Insolvenzgericht vorgelegt. Dieses Verfahren ist selten erfolgreich, da Gläubiger oft auch vor Gericht nicht bereit sind, auf ihre Forderungen zu verzichten.

Wie kann ich Privatinsolvenz anmelden?

Eine Privatinsolvenz kann nur mit Unterstützung eines Rechtsanwalts oder einer anerkannten Schuldnerberatungsstelle angemeldet werden. Diese Fachleute begleiten Sie durch den gesamten Prozess, von der Durchführung des außergerichtlichen Einigungsversuchs mit den Gläubigern bis zur Erstellung des Insolvenzantrags und Einleitung der Privatinsolvenz.

Unsere Anwaltskanzlei ist auf dieses Rechtsgebiet spezialisiert und bietet Ihnen eine kostenlose Erstberatung durch einen erfahrenen Anwalt an. Wir unterstützen Sie in allen Phasen der Privatinsolvenz, um sicherzustellen, dass Ihr Insolvenzverfahren korrekt und reibungslos eingeleitet wird.

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Das gerichtliche Insolvenzverfahren

Im gerichtlichen Insolvenzverfahren wird ein Insolvenzverwalter eingesetzt, der das Vermögen des Schuldners verwaltet und einen kleinen Teil des Einkommen einzieht. Der Schuldner ist verpflichtet, sein Vermögen und seine Schulden vollständig offenzulegen. Der Insolvenzverwalter kümmert sich um die Verwertung des Vermögens und die Rückzahlung an die Gläubiger. Das Insolvenzgericht prüft zudem, ob die Verfahrenskosten gedeckt sind oder eine Stundung der Kosten notwendig ist. Das Verfahren wird öffentlich gemacht, und Gläubiger haben die Möglichkeit, ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anzumelden.


Wohlverhaltensphase

Die Wohlverhaltensphase ist eine wichtige Zeit innerhalb des Insolvenzverfahrens und dauert in der Regel drei Jahre. In dieser Phase tritt der Schuldner den pfändbaren Teil seines Einkommens an den Insolvenzverwalter ab. Gleichzeitig muss er sich um eine Erwerbstätigkeit bemühen und darf keine neuen Schulden machen. Im Gegenzug erhält der Schuldner Immunität gegen die Gläubiger und kann somit nicht mehr wegen seinen Schulden belangt oder gepfändet werden. Auch die Sicherheit der Wohnsituation sowie der Grundbedürfnisse wird vollständig gewährleistet. Mehr zu den Vorteilen der Insolvenz erfahren Sie hier.

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Restschuldbefreiung

Nach erfolgreichem Abschluss der Wohlverhaltensphase entscheidet das Insolvenzgericht über die Restschuldbefreiung. Dies bedeutet, dass der Schuldner von seinen verbliebenen Schulden befreit wird, auch wenn diese nicht vollständig beglichen wurden. Einige Schulden wie Unterhaltszahlungen oder Geldstrafen sind jedoch von der Restschuldbefreiung ausgenommen. Obwohl der Schuldner nun schuldenfrei ist, bleibt die Privatinsolvenz noch einige Jahre in der SCHUFA gespeichert, was seine Kreditwürdigkeit beeinflussen kann.

Fazit

Der Weg durch die Privatinsolvenz ist anspruchsvoll, bietet jedoch überschuldeten Personen die Chance auf einen Neuanfang. Von der außergerichtlichen Einigung bis zur Restschuldbefreiung durchläuft der Schuldner verschiedene Phasen, in denen er aktiv an seiner Entschuldung arbeiten muss. Mit der Restschuldbefreiung endet das Verfahren und der Schuldner kann schuldenfrei in die Zukunft blicken.

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