Lohnpfändung stoppen - Das sind Ihre Möglichkeiten! 

14.01.2024

Insolvenzrecht

Wenn Sie mit einer Lohnpfändung konfrontiert sind, kann dies eine erhebliche psychologische und finanzielle Belastung darstellen. Verständlicherweise ergeben sich viele Fragen: Wie sollte ich in dieser Situation handeln, wie wird mein Arbeitgeber reagieren und welche Rechte und Optionen stehen mir zur Verfügung?

Trotz der schwierigen Situation gibt es verschiedene Wege, um eine Lohnpfändung zu bewältigen oder sogar abzuwenden. In diesem Artikel erfahren Sie, was eine Lohnpfändung ist, wie Sie bei einer solchen vorgehen sollten, und welche
Möglichkeiten zur Aufhebung bestehen.

Was ist eine Lohnpfändung?

Die Lohnpfändung ist eine Maßnahme der Zwangsvollstreckung, bei der ein Teil des Gehalts eines Schuldners direkt vom Arbeitgeber an den Gläubiger überwiesen wird. Dies setzt voraus, dass der Gläubiger über einen vollstreckbaren Titel verfügt. Der Arbeitgeber wird somit zum Drittschuldner. Dieser Prozess setzt ein, wenn eine Person ihre privaten Schulden nicht begleichen kann und der Gläubiger einen Gerichtsbeschluss für eine Lohnpfändung erwirkt. Der pfändbare Betrag des Gehalts wird dabei nach gesetzlichen Vorgaben berechnet, wobei ein bestimmter Grundfreibetrag zur Sicherung des Lebensunterhalts des Schuldners und ggf. seiner Familie unangetastet bleibt. Derzeit liegt dieser Freibetrag bei 1.409,99 €, kann jedoch unter bestimmten Umständen, wie bei Unterhaltsverpflichtungen, angepasst werden.

Was tun bei einer Lohnpfändung?

Bei einer bevorstehenden Lohnpfändung ist es wichtig, schnell zu handeln. Informieren Sie Ihren Arbeitgeber proaktiv über die Situation. Zudem ist es wichtig, dass Sie alle relevanten Informationen, wie Unterhaltspflichten, an die Buchhaltung Ihres Arbeitgebers weitergeben, damit der Pfändungsbetrag korrekt berechnet wird. Es ist auch ratsam, die Berechnung des Pfändungsfreibetrags genau zu überprüfen und sich bei Unklarheiten an eine Schuldnerberatungsstelle zu wenden. Diese kann Sie nicht nur bei der Überprüfung unterstützen, sondern auch mögliche Fehler aufdecken und beraten, wie Sie gegen eine ungerechtfertigte Pfändung vorgehen können.

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Möglichkeiten zur Aufhebung der Lohnpfändung

Schulden bezahlen:
Die direkteste Methode, um eine Lohnpfändung zu stoppen, ist die vollständige Begleichung der Schulden. Sobald die Schulden beglichen sind, endet das Recht des Gläubigers auf weitere Zahlungen unverzüglich. Leider ist dies in manchen Fällen aus verschiedenen Gründen nicht möglich. Es stehen Ihnen jedoch weitere Mittel zur Verfügung.

Anwaltliche Prüfung:
Lassen Sie die Rechtskräftigkeit der Pfändung von einem Anwalt oder einer Schuldnerberatungsstelle überprüfen. Möglicherweise gibt es formelle Fehler oder Unzulässigkeiten, die zur Aufhebung der Pfändung führen können.

Verhandlung mit Gläubiger:
Eine weitere Möglichkeit ist die Verhandlung mit dem Gläubiger. Oft kann ein Vergleich, wie eine Ratenzahlungsvereinbarung oder eine
außergerichtliche Einigung getroffen werden, der die Lohnpfändung vorübergehend stoppt oder sie unter bestimmten Bedingungen aussetzt. Dies kann eine wirksame Lösung sein, wenn Sie momentan nicht in der Lage sind, die Gesamtschulden zu begleichen, aber bereit sind, die Verpflichtungen in kleineren, handhabbaren Beträgen zu erfüllen.

Vollstreckungsabwehrklage:
Durch eine Vollstreckungsabwehrklage können Sie materiell-rechtliche Einwendungen geltend machen, die die Gültigkeit des Vollstreckungstitels infrage stellen. Dies kann zur Überprüfung und potenziellen Aufhebung der Pfändung führen.

Privatinsolvenz:
Sollte es keine Aussicht geben, die Schulden zu tilgen, kann die Privatinsolvenz eine Option sein. Während des Insolvenzverfahrens wird zwar ein kleiner Anteil des pfändbaren Lohns eingezogen, jedoch erhalten Sie während des Insolvenzverfahrens
weitgehende Immunität gegen Ihre Gläubiger. Somit wird auch die Lohnpfändung durch den Gläubiger bei Einleitung des Insolvenzverfahrens unverzüglich eingestellt.

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Was passiert bei einer Kündigung des Arbeitsverhältnisses?

Eine Kündigung aufgrund einer Lohnpfändung ist gesetzlich nicht zulässig. Sollte das Arbeitsverhältnis jedoch aus anderen Gründen beendet werden, endet die Lohnpfändung mit dem Austrittsdatum des Schuldners. Wichtig ist, dass eine Pfändung nicht automatisch auf einen neuen Arbeitgeber übertragen wird. Der Gläubiger muss in diesem Fall eine neue Pfändung erwirken.

Wie lange steht eine Lohnpfändung in der Schufa?

Lohnpfändungen und andere Zwangsvollstreckungsmaßnahmen werden in der Schufa erfasst und können die Kreditwürdigkeit einer Person beeinflussen. Die Information über eine Lohnpfändung bleibt in der Regel drei Jahre nach Begleichung der Schulden in der Schufa verzeichnet.

Fazit

Eine Lohnpfändung kann eine belastende Situation sein, doch es gibt diverse Strategien und rechtliche Wege, um diese zu bewältigen. Wichtig ist, sich frühzeitig zu informieren und gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen und aktiv nach Lösungen zu suchen. Ob durch direkte Schuldentilgung, Verhandlungen mit Gläubigern, rechtliche Schritte oder sogar eine Privatinsolvenz, es gibt Möglichkeiten, die finanzielle Situation zu stabilisieren und letztlich die Lohnpfändung abzuwenden.

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