Privatinsolvenz anmelden: Das sind die Vorteile
Thema: Schulden, Insolvenz
Aktualisiert am: 30.08.2024
Lesezeit: 5 Minuten
Das Wichtigste zur Privatinsolvenz
Wie lange dauert die Privatinsolvenz?
Seit Ende 2020 beträgt die Dauer einer Privatinsolvenz drei Jahre. Dies ist deutlich kürzer als zuvor, als das Verfahren bis zu sechs Jahre in Anspruch nahm.
Was passiert mit meinen Schulden?
Nach erfolgreichem Abschluss des Verfahrens werden alle Schulden, die vor der Insolvenzeröffnung entstanden sind, erlassen. Dies gilt selbst dann, wenn einige Gläubiger ihre Forderungen nicht angemeldet haben.
Bin ich während der Insolvenz vor Pfändungen geschützt?
Ja, ab der Eröffnung des Insolvenzverfahrens greift ein umfassender Pfändungsschutz. Gläubiger dürfen keine Zwangsvollstreckungsmaßnahmen mehr durchführen.
Muss ich während der Insolvenz Zahlungen an meine Gläubiger leisten?
In den meisten Fällen müssen Schuldner während der Wohlverhaltensphase nur den pfändbaren Teil ihres Einkommens abgeben. Der unpfändbare Teil bleibt ihnen zur freien Verfügung.
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Die Privatinsolvenz bietet Menschen in finanziellen Schwierigkeiten einen klaren und strukturierten Weg aus der Schuldenfalle. Sie ermöglicht es, unabhängig von der Höhe der Schulden und der Anzahl der Gläubiger, nach einem festgelegten Zeitraum von maximal drei Jahren schuldenfrei zu sein.
Damit stellt sie einen Ausweg dar, wenn andere Optionen, wie außergerichtliche Vergleiche, keine Wirkung zeigen. Die Privatinsolvenz bietet jedoch nicht nur finanzielle Vorteile, sondern auch psychologische Erleichterungen und die Möglichkeit, wieder Kontrolle über das eigene Leben zu gewinnen.
100 % der Schulden werden erlassen
Ein großer Vorteil der Privatinsolvenz ist die umfassende Restschuldbefreiung. Nach Abschluss der dreijährigen Wohlverhaltensphase werden alle Schulden, die vor der Insolvenzeröffnung entstanden sind, erlassen. Dies gilt selbst für Forderungen, die von den Gläubigern nicht angemeldet wurden. Der Schuldenschnitt greift bei Verbindlichkeiten gegenüber Privatpersonen, Unternehmen, Institutionen und sogar Behörden. Damit wird eine Schuldenfreiheit erreicht, die in anderen Verfahren oft schwerer zu realisieren ist.
Schutz gegen Pfändungen
Ein weiterer Vorteil der Privatinsolvenz ist der Pfändungsschutz, der ab dem Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung greift. Gläubiger dürfen keine Zwangsvollstreckungsmaßnahmen mehr gegen den Schuldner einleiten. Dies betrifft sowohl Gehalts- und Kontopfändungen als auch das Verlangen nach einer Vermögensauskunft. Dieser Schutz sorgt dafür, dass das pfändungsfreie Einkommen des Schuldners unangetastet bleibt und somit das Existenzminimum gesichert ist. Durch die Umwandlung des Girokontos in ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) kann dieser Schutz noch weiter ausgebaut werden.
Wie kann ich Privatinsolvenz anmelden?
Eine Privatinsolvenz kann nur mit Unterstützung eines Rechtsanwalts oder einer anerkannten Schuldnerberatungsstelle angemeldet werden. Diese Fachleute begleiten Sie durch den gesamten Prozess, von der Durchführung des außergerichtlichen Einigungsversuchs mit den Gläubigern bis zur Erstellung des Insolvenzantrags und Einleitung der Privatinsolvenz.
Unsere Anwaltskanzlei ist auf dieses Rechtsgebiet spezialisiert und bietet Ihnen eine kostenlose Erstberatung durch einen erfahrenen Anwalt an. Wir unterstützen Sie in allen Phasen der Privatinsolvenz, um sicherzustellen, dass Ihr Insolvenzverfahren korrekt und reibungslos eingeleitet wird.
Dauer nur noch 3 Jahre
Darüber hinaus profitieren Schuldner von einem festen Zeitplan für den Schuldenabbau. Die maximale Dauer des Verfahrens beträgt nach einer Gesetzesänderung Ende 2020 nur noch drei Jahre. Dies schafft Planbarkeit und ermöglicht den Betroffenen, sich auf einen festen Zeitpunkt der Schuldenfreiheit einzustellen. Im Gegensatz zu außergerichtlichen Vergleichen, bei denen die Entschuldung von der Einhaltung eines Schuldenregulierungsplans abhängt, steht das Ende des Insolvenzverfahrens von Beginn an fest.
Psychologische Entlastung und weniger Stress
Neben den finanziellen Vorteilen wirkt sich die Privatinsolvenz auch positiv auf das psychische Wohlbefinden aus. Der Druck durch Gläubiger, ständige Pfändungsandrohungen und Gerichtsvollzieherbesuche fallen weg. Dies entlastet nicht nur die betroffenen Schuldner selbst, sondern auch ihre Familien und nahestehenden Personen. Die Möglichkeit, nach der Insolvenz einen finanziellen Neuanfang zu wagen, bringt zudem neue Perspektiven und einen deutlichen Rückgang des psychischen Stresses.
Sicherung der Grundbedürfnisse und Wohnsituation
Während der Privatinsolvenz sind Grundbedürfnisse wie Miete und Lebenshaltungskosten durch Pfändungsfreigrenzen geschützt. Das Existenzminimum bleibt unangetastet, sodass der Schuldner in seiner Wohnung bleiben kann. Zwangsräumungen aufgrund von Gläubigerforderungen sind ausgeschlossen, solange die Miete gezahlt wird. Dadurch bleibt der Lebensstandard während des Verfahrens weitgehend erhalten.
Fazit
Die Privatinsolvenz bietet zahlreiche Vorteile, sowohl finanziell als auch psychologisch. Sie ermöglicht eine umfassende Schuldenfreiheit, schützt vor Pfändungen und sorgt für eine klare zeitliche Struktur des Verfahrens. Besonders hervorzuheben ist der psychologische Effekt: Der Wegfall des Gläubigerdrucks und die Planbarkeit der Entschuldung führen zu einer spürbaren Entlastung. Wer den gesetzlichen Rahmen einhält, kann nach drei Jahren einen echten Neuanfang starten.
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