Unterhaltsschulden - Was passiert bei nicht gezahltem Unterhalt?
Lesezeit: 5 Minuten
Thema: Schulden, Insolvenz
Aktualisiert am: 01.09.2024
Das Wichtigste zu Unterhaltsschulden
Wie kann ich Unterhaltsschulden loswerden?
Um Unterhaltsschulden loszuwerden, sollten Sie diese bezahlen oder eine Ratenzahlung vereinbaren. Alternativ kann eine Privatinsolvenz Sie von Ihren Unterhaltschulden befreien, wenn die Schulden nicht absichtlich entstanden sind.
Wie lange bleiben Unterhaltsschulden bestehen?
Unterhaltsschulden verjähren 30 Jahre nach der Ausstellung eines Unterhaltstitels.
Kann ich für nicht gezahlten Unterhalt ins Gefängnis kommen?
Ja, das ist möglich, da das Nichtzahlen von Unterhalt als Straftat gilt und bei schweren Fällen eine Freiheitsstrafe drohen kann.
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Unterhaltsschulden entstehen, wenn eine Person ihrer gesetzlichen Unterhaltspflicht nicht nachkommt. Dies kann sowohl den Kindesunterhalt als auch den Trennungs- oder Ehegattenunterhalt betreffen, wenn der Unterhaltspflichtige entweder nicht in der Lage ist zu zahlen oder sich der Zahlung verweigert.
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Handlungsmöglichkeiten bei Unterhaltsschulden
Sollten Sie aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten den Unterhalt nicht zahlen können, ist es ratsam, frühzeitig das Gespräch mit dem Unterhaltsgläubiger zu suchen und gegebenenfalls eine Ratenzahlung zu vereinbaren. In manchen Fällen kann der laufende Unterhalt herabgesetzt oder ein spezialisierter Anwalt oder Schuldnerberatung hinzugezogen werden, um die finanzielle Situation zu stabilisieren.
Wie kann ich Unterhaltsschulden loswerden?
Um Unterhaltsschulden loszuwerden, gibt es grundsätzlich drei Optionen: Schulden begleichen, eine Ratenzahlung vereinbaren oder Privatinsolvenz anmelden.
Schulden begleichen:
Die direkteste Möglichkeit besteht darin, die offenen Beträge vollständig zu zahlen. Dies kann durch eigene Ersparnisse, finanzielle Unterstützung von Dritten oder durch zusätzliche Einkünfte geschehen. Es ist wichtig, die Unterhaltsschulden so schnell wie möglich zu begleichen, um weitere rechtliche Konsequenzen, wie Pfändungen oder strafrechtliche Verfolgung, zu vermeiden.
Ratenzahlung vereinbaren:
Wenn eine vollständige Zahlung auf einmal nicht möglich ist, können Sie mit dem Gläubiger, oft dem Jugendamt oder dem unterhaltsberechtigten Elternteil, eine Ratenzahlung vereinbaren. Hierbei wird der offene Betrag in monatlichen Raten zurückgezahlt. Diese Lösung bietet den Vorteil, dass Sie Ihre Schulden schrittweise abbauen und gleichzeitig vermeiden, dass Zwangsmaßnahmen wie Lohnpfändungen oder Zwangsvollstreckungen eingeleitet werden.
Privatinsolvenz anmelden:
Wenn Sie hohe Schulden haben, überschuldet oder zahlungsunfähig sind und keine Aussicht haben, die Unterhaltsschulden auf absehbare Zeit zu begleichen, kann eine Privatinsolvenz eine Lösung sein. Allerdings werden Unterhaltsschulden nur dann in die Restschuldbefreiung einbezogen, wenn sie nicht vorsätzlich pflichtwidrig entstanden sind.
Professionelle Hilfe und Privatinsolvenz
Wenn der Schuldenberg unüberwindbar scheint oder sie überschuldet sind, sollten Sie sich nicht scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein Schuldnerberater kann Ihnen helfen, eine außergerichtliche Einigung mit Gläubigern anzustreben oder, falls nötig, das Verfahren einer Privatinsolvenz einzuleiten.
Im Falle einer Privatinsolvenz können Unterhaltsschulden grundsätzlich von der Restschuldbefreiung erfasst werden, jedoch nicht, wenn der Unterhalt vorsätzlich pflichtwidrig nicht gezahlt wurde. Zudem müssen Unterhaltszahlungen, die nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens entstehen, weiterhin geleistet werden, da sie nicht in die Insolvenzmasse aufgenommen werden können.
Sind Unterhaltsschulden strafbar?
Das Nichtzahlen von Unterhalt ist strafbar und kann laut § 170 StGB mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden. Besonders riskant wird es, wenn der Lebensbedarf des Unterhaltsberechtigten ohne die Zahlung gefährdet ist oder ohne die Unterstützung Dritter nicht gesichert werden kann.
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Fazit
Unterhaltsschulden sind ernst zu nehmen, da sie nicht nur finanzielle, sondern auch strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen können. Es ist wichtig, rechtzeitig zu handeln, indem man mögliche Ratenzahlungen vereinbart oder anwaltliche Unterstützung in Anspruch nimmt, um größere Probleme zu vermeiden. Wer seiner Unterhaltspflicht nicht nachkommt, riskiert Zwangsvollstreckungen und möglicherweise sogar eine Freiheitsstrafe.
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